Montage und Installation
Montage
Lieferumfang
Im Lieferumfang der Wallbox befinden sich:
- Vormontierte Wallbox inkl. Deckel
- DIN-A4-Umschlag mit:
- dieser Betriebsanleitung
- Testprotokoll der Wallbox
- Bohrschablone
- Drei NFC-Karten
Montageort
Nach Möglichkeit sollte die Wallbox vor Witterungseinflüssen geschützt installiert werden. Direkte Sonneneinstrahlung ist zu vermeiden, um ein unnötiges Aufheizen der Wallbox zu verhindern. Auf eine ausreichende Belüftung ist zu achten. Die Staubschutzkappe des Typ-2-Steckers sollte nicht aufgesteckt werden, wenn sich diese durch Regen o.ä. mit Wasser füllen könnte. In diesem Fall droht eine Korrosion der Kontakte.
Wandmontage
Zur Montage der Wallbox muss der Deckel entfernt werden. Dazu müssen die vier Kreuzschlitzschrauben (im Bild rot markiert) gelöst werden. Nach dem Lösen der Schrauben kann dieser von der Wallbox heruntergenommen werden.

Der Taster im Deckel ist über ein Anschlusskabel verbunden und muss durch Drücken des Rasthebels (blau markiert) vom Kabel gelöst werden.

Zusätzlich muss der Erdungsstecker (grün markiert) von der Frontblende abgesteckt werden. Erst danach kann der Deckel vollständig zur Seite gelegt werden.
Nach dem Entfernen des Deckels kann das Gehäuse an der Wand montiert werden. Zum Bohren der Befestigungslöcher kann die mitgelieferte Bohrschablone genutzt werden. Bei der Montage ist auf einen ausreichend stabilen Untergrund zu achten.
Wir empfehlen zur Montage den Einsatz von 5 mm- oder 6 mm-Schrauben. Die benötigte Schraubenlänge ist abhängig vom Untergrund. Der Schraubenkopfdurchmesser darf nicht mehr als 11 mm betragen, da ansonsten die Schraube nicht durch die entsprechende Öffnung im Gehäuse passt. Bei einer Montage auf einer Steinwand können beispielsweise 5×80 mm-Holzschrauben mit 8×50 mm-Dübeln verwendet werden.
Anforderungen an die Elektroinstallation
Die Wahl des Leitungsquerschnitts und der Leitungsabsicherung der Wallbox-Zuleitung muss in Übereinstimmung mit den nationalen Vorschriften erfolgen. Üblicherweise erfolgt der Anschluss der Wallbox dreiphasig. Dafür sollte ein dreiphasiger Leitungsschutzschalter mit C-Charakteristik verwendet werden. Bei einem einphasigen Betrieb der Wallbox ist dementsprechend ein einphasiger Leitungsschutzschalter einzusetzen. Die Wallbox verfügt über eine interne DC-Fehlerstromerkennung, welche bei einem DC-Fehlerstrom ≥ 6 mA den Ladevorgang unterbricht. Daher ist nur ein vorgeschalteter Typ-A 30mA-AC-Fehlerstromschutzschalter (RCCB) notwendig. Die Wallbox darf nur in einem TN / TT-Netz angeschlossen werden.
Interner Aufbau
Der Aufbau der Wallbox unterscheidet sich zwischen dem WARP4 Charger Smart und dem WARP4 Charger Pro nur durch den Stromzähler. Kabeleinführungen, die Ladeelektronik, der Anschluss der Zuleitung am Klemmblock und der LAN-Anschluss sind bei den Versionen identisch ausgeführt.
WARP4 Charger Smart

Der WARP4 Charger Smart ist nicht mit einem Stromzähler ausgestattet und verfügt dementsprechend auch nicht über das Sichtfenster für den Stromzähler auf der linken Gehäuseseite. An der Position des Stromzählers ist bei dieser Version der DC-Fehlerstrom-Schutz positioniert.
WARP4 Charger Pro

Der WARP4 Charger Pro ist mit einem Iskra WM3M4 Stromzähler ausgestattet. Dieser ist liegend montiert und über ein Sichtfenster auf der linken Gehäuseseite von außen sichtbar.
Elektrischer Anschluss
Die in diesem Abschnitt beschriebenen Arbeiten dürfen nur von einer ausgewiesenen Elektrofachkraft durchgeführt werden.
Nachdem die Wallbox montiert wurde, kann sie nun angeschlossen werden. Dazu muss der Deckel entfernt werden.
Anschluss der Zuleitung

Die Zuleitung sollte für alle Varianten wie auf dem Foto oben abgebildet angefertigt werden. Wir empfehlen, das Kabel dafür auf einer Länge von mindestens 130 mm abzumanteln. Für die Klemmen wird eine Abisolierlänge von 10 mm bis 12 mm vorgegeben.
Die Zuleitung wird am internen Klemmenblock angeschlossen. Um bei starren Leitern maximalen Bewegungsspielraum zu bieten, werden die Adern in einer kleinen Schlaufe über den Klemmenblock geführt und an den freien Federklemmplätzen angeschlossen. Die Adern werden anhand der Reihenfolge und Klemmenbeschriftungen in die Klemmen gesteckt.

Als Letztes muss die Kabelverschraubung festgezogen werden. Die Verschraubung hat einen Klemmbereich von 11 mm bis 22 mm und soll laut Hersteller mit 10 Nm angezogen werden.
Der korrekte Sitz der Adern und die Phasenzugehörigkeit sind nach der Installation zu prüfen! Alle Verschraubungen innerhalb der Wallbox sind nachzuziehen. Als Nächstes muss der maximale Ladestrom eingestellt werden.
Kabeleinführung von der Rückseite
Die Kabeleinführung des WARP4 Chargers von der Unterseite (Auslieferungszustand) kann umgebaut werden, so dass eine Kabeleinführung von der Rückseite erfolgt. Dazu müssen die Kabeleinführung (M32) für die Zuleitung und die Kabeleinführung für das Netzwerkkabel vom Wallbox-Gehäuse abgeschraubt werden. Die Bohrungen in der Rückseite der Wallbox sind im Auslieferungszustand von innen mit Blindstopfen verschlossen. Diese müssen entfernt und in die nun offenen Bohrungen an der Unterseite eingeschraubt werden. Die Kabeleinführungen werden anschließend von der Rückseite in das Wallbox-Gehäuse eingeschraubt.

Variante mit werkseitig angeschlossener Zuleitung
Wird die Wallbox mit einer ab Werk vorinstallierten Zuleitung bestellt, so muss diese außerhalb der Wallbox verbunden werden. Die Farben sind nach DIN belegt und wie folgt zugeordnet: L1 braun, L2 schwarz, L3 grau, N blau, PE gelb/grün.
Der korrekte Sitz der Adern und die Phasenzugehörigkeit sind nach der Installation zu prüfen! Danach muss der maximale Ladestrom eingestellt werden.
Einphasiger Betrieb
Alle Wallboxen können auch einphasig angeschlossen und betrieben werden. Dazu ist unbedingt die Phase L1 anzuschließen, da diese ebenfalls zur Stromversorgung der Wallbox genutzt wird. L2 und L3 werden von der Wallbox nur durchgeschaltet und können dementsprechend unangeschlossen bleiben.
Ein WARP4 Charger Smart oder Pro sollte im Webinterface auf den einphasigen Betrieb konfiguriert werden.
Einstellen des Ladestroms
Der maximal erlaubte Ladestrom muss abhängig von der hausseitigen Leitungsabsicherung eingestellt werden. Der Ladestrom darf nicht höher gewählt werden, als es die Zuleitung bzw. Leitungsabsicherung zulässt.
Zum Einstellen des Ladestroms muss der Deckel geöffnet werden. Über vier DIP-Schalter rechts auf dem Ladecontroller (EVSE) wird der maximale Ladestrom wie folgt eingestellt (maximal zulässiger Ladestrom in grau):

Im Werkszustand sind die Schalter so eingestellt, dass die Wallbox inaktiv ist ("ungültig"). Als Beispiel ist in der zweiten Zeile Schalter 1 auf "ON" und die Schalter 2, 3 und 4 auf "OFF" gestellt. Damit wird bei einem dreiphasigen Betrieb eine maximale Ladeleistung von ca. 4 kW (3×6 A) vorgegeben. Wird die Wallbox nur einphasig angeschlossen, können vom Fahrzeug maximal 1,4 kW (1×6 A) über die Wallbox bezogen werden.

Die Schalterstellung und der damit verbundene maximale Ladestrom dürfen nach der Installation nur von einer ausgewiesenen Elektrofachkraft unter Berücksichtigung der genannten Bedingungen geändert werden!
LAN-/RJ45-Kabel anfertigen
Um den WARP4 Charger mittels LAN anzubinden, muss ein LAN-/RJ45-Kabel angefertigt werden. Das RJ45-Kabel kann mittels einer M25-Kabeldurchführung in die Wallbox geführt werden. Auf dem Ladecontroller (rechts in der Wallbox) befindet sich eine RJ45-Buchse, an der das eingeführte Kabel eingesteckt werden kann. Wir empfehlen, das Kabel in einem Bogen links über den Klemmblock zu führen. Es können auch größere, zum Beispiel werkzeuglose oder RJ45-Stecker mit einem LSA-Anschluss, genutzt werden.
Die M25-Kabeleinführung verfügt über einen Dichtstopfen mit Bohrungen für zwei Leitungen. Es kann auch ein Patchkabel durch die M25-Verschraubung eingeführt werden. Dafür muss dann allerdings der Dichtstopfen geschlitzt werden.

Prüfungen
Im Werk wurde jede Wallbox einzeln nach IEC 60364-6 sowie den entsprechenden gültigen nationalen Vorschriften geprüft, das jeweilige Messprotokoll liegt bei. Vor der ersten Inbetriebnahme ist dennoch eine Prüfung der Gesamtinstallation nach denselben Vorschriften notwendig.
Bei der Messung des Isolationswiderstands wird für L1 ein niedrigerer Wert gemessen (ca. 1 MΩ), da der verbaute Ladecontroller über einen Optokoppler mit 1 MΩ Vorwiderstand zwischen L1 und PE verfügt (Erdungsüberwachung). Wird während der Messung ein EVSE-Adapter verwendet, kann es aufgrund der genannten Überwachungsschaltung in Wechselwirkung mit dem EVSE-Adapter zu Fehlmessungen auf L2, L3 und N (gemessen gegen PE) kommen. Ist dies der Fall, so muss die Isolationsmessung ohne EVSE-Adapter direkt am Typ-2-Stecker durchgeführt werden.
Die interne DC-Fehlerstromerkennung wird von der Wallbox automatisch getestet.
Nachdem die Wallbox installiert und die korrekte elektrische Installation überprüft wurde, kann die Wallbox in Betrieb genommen werden. Im ersten Schritt wird die Stromversorgung zur Wallbox eingeschaltet. Die LED blinkt anschließend sehr schnell magenta. Die Wallbox führt in den ersten drei Sekunden eine Kalibrierung der DC-Fehlerstromerkennung durch. Nach Abschluss dieser Kalibrierung leuchtet die LED dauerhaft. Die Wallbox ist nun betriebsbereit. Sollte die LED jetzt nicht permanent blau leuchten, wurde ein Fehler erkannt.
Als Nächstes kann ein Elektrofahrzeug zum Laden mit der Wallbox verbunden werden. Dazu wird die Schutzkappe vom Ladestecker entfernt und der Stecker wird in die Ladebuchse des Elektrofahrzeugs gesteckt. Nach wenigen Sekunden sollte hörbar ein Schütz in der Wallbox schalten und das Fahrzeug den Beginn des Ladevorgangs anzeigen. Während des Ladevorgangs "atmet" die LED blau. Ist der Ladevorgang beendet, so leuchtet sie permanent. Nach ca. 15 Minuten Inaktivität wird die LED abgeschaltet.
Bedienelemente
Die im Fronttaster verbaute RGB-LED kann je nach Betriebszustand verschiedene Farben annehmen. Das Verhalten bei einem Tastendruck kann im Webinterface der Wallbox konfiguriert werden.
Zusätzlich verfügt die Wallbox über ein NFC-Modul, verbaut an der rechten Gehäuseseite, mit dem eine Ladefreigabe z.B. per Chipkarte möglich ist. Eine genaue Beschreibung findet sich im Abschnitt Benutzerverwaltung.
Der WARP4 Charger Pro verfügt an der linken Gehäuseseite über ein Fenster, über das das Display des verbauten Stromzählers sichtbar ist.
EVSE Klemmblock / Abschalteingang
Rechts in der Wallbox befindet sich der Ladecontroller. Neben dem DIP-Schalter, an dem der maximale Ladestrom eingestellt wird, befindet sich ein Klemmblock. An diesem ist die CP-Leitung des Typ-2-Ladekabels angeschlossen.
Zusätzlich befindet sich hier der Abschalteingang ("EN"). Dieser Eingang
muss mit PE kurzgeschlossen werden, um aktiv zu sein. PE ist mehrfach
auf dem Klemmblock vorhanden. Die Interpretation des Abschalteingangs
kann unter Wallbox → Einstellungen unter dem Punkt "Abschalteingang"
definiert werden. Zur Nutzung als steuerbare Verbrauchseinrichtung siehe
Steuerbare Verbrauchseinrichtung nach §14a EnWG.
Die Belegung des Klemmblocks ist beschriftet.

Zwischen DIP-Schalter und Klemmblock befindet sich ein kleiner Jumper. Mit diesem wird konfiguriert, ob ein 16A-Ladekabel (11 kW) oder ein 32A-Ladekabel (22 kW) verbaut wurde. Über die dritte mögliche Position des Jumpers kann auch der PP-Eingang auf dem Klemmblock gewählt werden. Dann muss ein normkonformer Widerstand zwischen PP und PE gesetzt werden, um den Maximalstrom des Ladekabels zu konfigurieren. Die korrekte Position des Jumpers ist ebenfalls auf der Leiterkarte beschriftet.